Archiv der Kategorie: Fanhilfe Hertha BSC

Pressemitteilung: Klage gegen erneute Verweigerungshaltung des LKA Berlin

Die Auskunft zu gespeicherten Daten aus Polizeidateien ist ein Rechtsanspruch. Doch das LKA Berlin tritt seine Pflicht, diesem nachzukommen, erneut mit Füßen und wird sich nun dafür zum wiederholten Male vor dem Verwaltungsgericht verantworten müssen.

Dazu erklärt die Fanhilfe Hertha B.S.C.:

„Obwohl das LKA Berlin in der Vergangenheit mehrfach juristische Auseinandersetzungen zum Thema Datenauskunft verloren hat, blockieren die zuständigen Stellen weiter. Diese Verweigerungshaltung lassen sich nun zwei Herthaner, die im Herbst letzten Jahres ihr Auskunftsersuchen aus der Datei Szenekunde Sport eingereicht haben, nicht länger gefallen. Sie haben Klage auf Datenauskunft beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht und werden dabei von der Fanhilfe Hertha B.S.C. vollumfänglich unterstützt.

Seit etlichen Jahren versucht die Fanhilfe Hertha B.S.C. auf verschiedenen Wegen mehr Transparenz in die Datei Szenekunde Sport (ehemals Sportgewalt Berlin) zu bringen, sowie die Auskunftsrechte der von dieser polizeilichen Datensammelwut betroffenen Personen zu stärken. Leider müssen wir feststellen, dass es sich bei den politischen Ankündigungen zu diesem Thema wohl nur um Lippenbekenntnisse handelt. Eine ernsthafte und tief greifende Verbesserung hat es nicht gegeben, wie nun diese beiden Fälle deutlich aufzeigen. Daher fühlen wir uns in unserer Annahme gestärkt, dass diese Datei nicht auf rechtsstaatlichen Füßen steht. Wir werden aus diesem Grunde in den kommenden Monaten nichts unversucht lassen, diese Datei endlich und endgültig zu Fall zu bringen.“

Pressemitteilung: Dortmunder Polizei weiter auf Irrwegen

Die Polizei hat in den vergangenen Tagen pauschal Beschuldigtenvernehmungen an vermeintliche Straftäter im Rahmen des Spiels im Westfalenstadion, am 27.10.18, verschickt. Die zahlreichen Opfer des brutalen Polizeiangriffs warten jedoch immer noch vergeblich auf die Möglichkeit sich zu äußern.

Dazu erklärt die Fanhilfe Hertha B.S.C.: 

„Die einseitige und unsachliche Aufarbeitung der Vorfälle durch die Dortmunder Polizei setzt sich nun auch in deren Ermittlungsarbeit fort. Wenn Beschuldigtenvernehmungen wichtiger sind als Opferschutz, läuft etwas gehörig falsch! Die Straftäter in den Reihen der Polizei werden durch ihre eigenen Kollegen vor Ermittlungen geschützt und Woche für Woche wieder auf Fußballfans losgelassen.

Der Korpsgeist, auch in der Dortmunder Polizei, muss ein Ende haben. Die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen des Angriffs der Polizei auf Fans, gegen die Verantwortlichen von unrechtmäßiger Freiheitsberaubung, sowie gegen die konkreten Verursacher von diversen Körperverletzungen an Herthanern, müssen endlich mit Nachdruck geführt werden. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf unsere Pressemitteilung vom 27.10.2018 sowie auf unsere Richtigstellung zu den Ereignissen im Westfalenstadion. Beide Ausführungen haben an Aktualität nicht verloren.“

Pressemitteilung: Genug ist genug!

Die gewalttätigen Übergriffe der Polizei im Westfalenstadion am 27.10.18 haben zu zahlreichen und teilweise erheblichen Verletzungen, sowie zu vorübergehender Freiheitsberaubung geführt. Die ersten betroffenen Personen haben nun Anzeige erstattet. Auch gegen falsche Anschuldigungen wurden rechtliche Schritte eingeleitet.

Dazu erklärt die Fanhilfe Hertha B.S.C.:

Viele Herthaner wurden im Rahmen des Angriffs der Polizei im Westfalenstadion verletzt. Unter anderem erlitt eine Person einen Trümmerbruch im Ellenbogen, einer weiteren wurde der Mittelhandknochen zertrümmert. Die zahlreichen Verletzungen sind von Ärzten dokumentiert. Diese und weitere Personen haben diesbezüglich die Rechtsanwaltskanzlei Lau & Meyer in Berlin mit der Einreichung von Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes beauftragt. Dies umfasst auch die Durchsetzung der Rechte derjenigen, die vom Verschließen des Ausgangsbereichs der Nordtribüne betroffen waren. Ebenso werden etwaige zivilrechtliche Ansprüche geprüft.

Die Fanhilfe Hertha B.S.C. unterstützt die verletzten Personen bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche und Grundrechte. Ebenso rufen wir alle weiteren Personen, die durch den Polizeieinsatz verletzt wurden, dazu auf, ebenfalls ihre Verletzungen dokumentieren zu lassen und Anzeige gegen die Verantwortlichen des Polizeieinsatzes zu erstatten.

Darüber hinaus sind wir es allen verletzten Herthanern schuldig, uns gegen die herabwürdigenden Anfeindungen und falschen Anschuldigungen der Geschäftsführung von Hertha B.S.C. zu wehren. Die getätigten Äußerungen entbehren jeder Grundlage und können nicht unbeantwortet bleiben. Daher wurde ebenso Anzeige durch die Fanhilfe Hertha B.S.C. gegen Michael Preetz wegen Beleidigung und übler Nachrede erstattet. Genug ist genug!

Fanhilfe Hertha B.S.C.

Richtigstellung zu den Ereignissen rund um das Bundesligaspiel Borussia Dortmund gegen Hertha B.S.C.

Fassungslos blicken wir immer noch auf die Geschehnisse rund um das gestrige Auswärtsspiel in Dortmund zurück. Aufgrund der bisherigen medialen Aufarbeitung der Vorkommnise, der Pressemitteilung der Polizei, als auch den verkürzten, völlig unreflektierten sowie einseitigen Einlassungen von Hertha B.S.C, sehen wir uns dazu gezwungen, unsere gestrige Stellungnahme mit einer Richtigstellung der Ereignisse im Westfalenstadion zu ergänzen.

1. Die beim Verein Borussia Dortmund regulär angemeldete Choreo-Fahne wurde vor dem Block mit Plastikstangen hochgehalten. Sie enthielt weder beleidigende, noch anderweitig anstößige Inhalte. Niemand konnte sich darunter verstecken oder vermummen. Alle Personen im Gästeblock waren zu jeder Zeit sichtbar. Es wurden keine Eisenstangen verwendet.

2. Pyrotechnik wurde kontrolliert abgebrannt und anschließend im Graben vor dem Gästeblock entsorgt. Die Choreo-Fahne wurde zusammengelegt und ebenfalls dort für Abtransport nach dem Spiel gelagert.

3. Der Polizeieinsatz, mit dem Diebstahl der Choreo-Fahne aus dem Graben vor dem Gästeblock, erfolgte ohne erkennbaren Grund, Begründung und ohne Androhung. Weder Vereinsvertreter noch die jeweiligen Fanprojekte wurden darüber von der Polizei in Kenntnis gesetzt. Es wurde bewusst eine Eskalation gesucht, in einem voll besetzen Fussballstadion, ohne Rücksicht auf Verluste.

4. Der massive Einsatz von CS-Gas durch die Polizei sorgte für mehr als 50 verletze Personen in und um den Gästebereich. Personen, die ihr Eigentum, die Choreo-Fahne, festhielten und somit beschützen wollten, wurden dabei in einer nicht nachvollziehbaren Intensität mit dieser hochgradig gefährlichen Waffe, die selbst in Kriegen als chemischer Kampfstoff nicht eingesetzt werden darf, bearbeitet.

5. Sämtliches Handeln der Polizeikräfte vor dem Gästeblock war kopflos und auf Angriff gerichtet. Die ersten Übergriffe gingen von der Polizei und nicht von den Fans aus. Niemand wurde irgendwo in den Zuschauerbereich zurückgedrängt. Zu keiner Zeit wurde die Verhältnismäßigkeit gewahrt.

6. Die Polizeikräfte beharrten auch weiterhin auf der „Sicherstellung“ der Choreo-Fahne, als sie deutlich merkten, das die Personen im Gästeblock diese sich nicht ohne erkennbaren Grund und ohne Begründung stehlen lassen würden. Die Eskalationsschraube wurde weiter gedreht.

7. Zu keinem Zeitpunkt war erkennbar, warum die Choreo-Fahne für die Polizei so wichtig war, um einen derart massiven Angriff zu rechtfertigen. Als Beweismittel bei der Überführung von Personen, die Pyrotechnik gezündet haben, kann sie nicht dienen.

8. Nach dem Polizeieinsatz wurde die Unterstützung der Mannschaft eingestellt und erste Hilfe geleistet. Die Tore des Gästebereichs waren jedoch verschlossen und somit alle Personen im Stadion eingesperrt. Eine frühzeitige Abreise war nicht möglich.

9. Nach dem Spiel bewegten sich die mit dem Fanzug aus Berlin angereisten Herthaner völlig eigenständig zum U-Bahnhof, um den Hauptbahnhof zu erreichen. Diese Rückreise erfolgte, entgegen der Darstellung der Einsatzkräfte, ohne jegliche Polizeibegleitung und völlig störungsfrei.

10. Am Dortmunder Hauptbahnhof zeigte sich dann erneut, dass die nordrhein-westfälische Polizei nichts aus der Katastrophe von Duisburg gelernt hat. Sie provozierte durch Absperrungen ein Gedränge im Bahnhof, welches nur durch das besonnene Verhalten der Herthaner nicht in einer Massenpanik endete.

 

Fanhilfe Hertha B.S.C.

Brutaler Polizeieinsatz muss aufgeklärt werden

Nach dem Heimspiel von Hertha B.S.C. gegen den SV Werder Bremen spielten sich am Gästeblock und vor dem Eingang „Südtor“ unschöne Szenen ab. Hochgerüstete Polizeieinheiten griffen offensichtlich wahllos Fans des SV Werder Bremen an und verletzten diese teilweise schwer. Auslöser für das Vorgehen der Beamten soll das Abbrennen von Pyrotechnik seitens der Gäste zu Beginn des Spiels gewesen sein. Bei dieser Aktion wurde keine Person verletzt. Eine Person, die angeblich mit einer Fahnenstange im Nachgang der Aktion auf Polizisten einschlug, nahm die Polizei bereits in der Halbzeitpause fest. Während der gesamten Aktion filmte die Polizei die Fans. Als diese sich dann auf ihrem Rückweg zu den Bussen befanden, kam es zum Angriff.

Wir als Fanhilfe Hertha B.S.C. hinterfragen offen die Recht- , genauer gesagt die Verhältnismäßigkeit, dieses Angriffs. Es ist für uns nicht ersichtlich, wo die Grundlage für die Art und Weise dieses Einsatzes liegen soll. Wenn die Polizei während des Spiels Fans identifizieren konnte, dann ist die Frage, warum diese nicht über die szenekundigen Beamten vom SV Werder Bremen angeschrieben werden können, um ein mögliches Strafverfahren einzuleiten. Wenn wiederum keine Personen bis dato identifiziert werden konnten, fragen wir uns, wie dies mit Hilfe eines Angriffs auf ungeschützte Personen, unter denen sich mehrere Minderjährige befanden, erfolgen soll. Zumal die Orte der Angriffe voll mit abreisenden Fans waren. Nur durch viel Glück konnte trotz des blinden Aktionismus der Polizeiführer eine Panik vermieden werden.

Wie man es auch dreht und wendet, es drängt sich für uns der Eindruck auf, das die Berliner Polizei wieder einmal Härte beweisen wollte, ohne auch nur im Ansatz begangene Straftaten aufklären, sondern im Gegenteil neue Straftaten provozieren zu wollen. Dies wäre kein Novum, denn in den letzten Jahren wurden in Berlin gerade die Fans vom FC Bayern München häufig Opfer von Polizeigewalt. Durch solche Angriffe versucht die Berliner Polizei ein künstliches Horrorszenario angeblich zunehmender Fangewalt aufrechtzuerhalten, um damit weitere Polizeieinsätze zu rechtfertigen.

Wir fordern eine schonungslose Aufklärung des Polizeieinsatzes vom 10.09.2017 und die vorläufige Suspendierung des zuständigen Einsatzleiters. Alle Gästefans möchten wir hiermit auf die enorme Gewaltbereitschaft der Berliner Polizei hinweisen. Lasst euch daher nicht unnötig provozieren und nehmt sicherheitshalber einen Rechtsanwalt mit! Polizeiliches Fehlverhalten muss konsequent angezeigt und verfolgt werden!

Fanhilfe Hertha B.S.C.