Nach dem gewaltätigen Polizeieinsatz im Zugang zur Ostkurve am 17. Januar 2026 kam es zu diversen zweifelhaften Aussagen durch Benjamin Jendro, den Sprecher der GdP-Berlin. Eine vor kurzem veröffentlichte Antwort auf eine parlamentarische Anfrage belegt nun eindeutig eine in diesem Zusammenhang getroffene Falschaussage von Benjamin Jendro.
In einem Fernsehinterview vom 20. Januar 2026 fiel der Sprecher der GdP-Berlin mit zahlreichen fragwürdigen Äußerungen auf, in denen er unter anderem die Integrität sowie die innerdemokratische Verfasstheit von Hertha BSC massiv angriff. Ebenso wurde durch ihn die Behauptung aufgestellt, dass Hertha BSC als Veranstalter angeblichen Straftätern ganz bewusst weiterhin Zugang zu den Spielen gewährt. Ein schwerwiegender Vorwurf, der impliziert, dass der Verein gegen die Stadionverbotsrichtlinie und somit ebenso gegen eine Auflage zur Teilnahme am Spielbetrieb verstößt.
Diese offensichtlich haltlosen Vorwürfe sind offenbar auch im Abgeordnetenhaus von Berlin auf Interesse gestoßen und so wurde der Senat ganz konkret zu den Aussagen von Benjamin Jendro befragt. Neben vielen ausweichenden Antworten, die vermuten lassen, dass selbst in der polizeinahen Innenverwaltung das Unverständnis über Jendros Äußerungen groß ist, gab es an einer Stelle dann doch eine glasklare Positionierung (Drucksache 19/25066, Antwort auf Frage 24): Zur Frage über Kenntnisse zur Aussage von Benjamin Jendro, Hertha BSC hätte gegen mehrere Personen, die bspw. Landfriedensbrüche begangen haben, keine Stadionverbote ausgesprochen, antwortet der Senat, dass ihm hierzu keine Erkenntnisse vorlägen.
Somit steht fest, dass entweder Herr Jendro und die GdP Berlin in dieser Angelegenheit über mehr Wissen verfügen als der Senat oder, was naheliegend erscheint, ganz bewusst Falschaussagen verbreitet worden sind, um Hertha BSC und seine Fans öffentlich zu diskreditieren.
Wir erwarten daher von der GdP Berlin, das sie der Öffentlichkeit zeitnah erklärt, auf welcher Informationsgrundlage die Aussagen ihres Sprechers beruhen und wie es sein kann, dass dem Senat diese Informationen nicht ebenfalls bekannt sind. Sollte es hierbei zu keiner sachdienlichen Aufklärung kommen, ist spätestens jetzt klar, dass sich die Gewerkschaft beim Verein Hertha BSC und seinen über 60.000 Mitgliedern für die öffentlichen Entgleisungen ihres Sprechers entschuldigen sollte. In diesem Falle wäre ebenfalls eine Ablösung von Herrn Jendro die logische Konsequenz.
Nach der gewalttätigen Eskalation der Polizei Berlin im Rahmen des Heimspiels gegen Gelsenkirchen am 17.01.26 wurde beim vergangenen Heimspiel am Sonntag gegen Darmstadt nun ein gefühlter erster Schritt der Deeskalation durch die Polizei im Heimbereich unternommen. Die weiterhin im Dienst befindliche Einsatzleitung verschaffte sich dabei persönlich einen Eindruck vor Ort und konnte sich somit selbst davon überzeugen, dass Absprachen zwischen dem Verein und den Fans funktionieren. Zum ganzen Bild gehört jedoch auch, dass es erneut zu Provokationen und Übergriffen der Polizei am Gästeeingang kam. Nach den uns vorliegenden Schilderungen wurde dabei mindestens ein Gast-Fan durch direkte Polizeieinwirkung im Gesicht verletzt. Dieser Vorfall reiht sich ein in zahlreiche Übergriffe gegen Gästefans durch die Polizei Berlin, welche wir bereits vor Kurzem benannt haben. Die von der Polizeipräsidentin groß angekündigte Deeskalation ist somit nur halbherzig durch die Beamten vor Ort umgesetzt worden. Ein Zustand, der zahlreiche Fragen zur Glaubwürdigkeit sowie zur Durchsetzungsfähigkeit eigener Ansprüche in Richtung der Polizeiführung aufwirft.
Gleichwohl lässt sich eindeutig feststellen, dass die Polizei Berlin bereits in den vergangenen Tagen und Wochen öffentlich massiv an Reputation eingebüßt hat. Die seit dem 17.01.26 immer neuen und sich widersprechenden vorgebrachten angeblichen Gründe für den Gewaltexzess der eingesetzten Beamten am Zugang zur Ostkurve haben die bislang ohnehin schon mehr als fragwürdige Qualität der Öffentlichkeitsarbeit der Behörde noch einmal weiter herabgestuft.
Als erste Begründung nannte die Polizei Berlin noch am Samstagabend (17.01.26) in einer Stellungnahme, die in den Sozialen Medien verbreitet wurde, dass “Kollegen nach Beleidigung von vermummten Fans u. a. mit Absperrgittern beworfen und mit Schlagwergzeugen attackiert worden sein” sollen. Waffen oder ähnliche Gegenstände gehören bekanntlich nicht zu den gängigen Gegenständen, die Fans im Stadion bei sich tragen (dürfen). Ebenso ist bislang nicht bekannt, mit welchen Informationen die Polizei diese Aussage unterlegt. Von den angeblich eingesetzten Schlagwerkzeugen, die als Grund für den Einsatz genannt wurden, ist bis heute, außer in dieser Mitteilung durch die Polizei selbst, auch nie wieder die Rede gewesen. Die angeblich fliegenden Absperrgitter sind bislang ebenso nicht belegt und es ist für uns Stand heute weiterhin nicht nachvollziehbar, wie es zu diesen Vorwürfen gekommen ist.
Am Sonntag nach dem Spiel veröffentlichte die Polizei Berlin dann unter dem öffentlichen Druck eine weitere ausführliche Stellungnahme. Diese ließ nicht nur wesentliche Fragen beispielsweise zum Einsatz am DRK-Krankenhaus Westend offen, sondern wich auch in der darin vorgetragenen Begründung des Einsatzes im erheblichen Maße von den Ausführungen am Vorabend ab. Demnach sollen sich “auf Hinweis eines unbekannt gebliebenen Fans etwa 100 Personen der Fanszene von Hertha BSC im Blockzugang zur Ostkurve versammeltund Schutzbewaffnung in Form von Handschuhen und Vermummung angelegt haben.” Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt gehören Handschuhe, Schals, Schlauchtücher und Mützen zu alltäglichen Gegenständen. Uns ist ebenso völlig unerklärlich, wie die Polizei darin eine Schutzbewaffnung erkennen kann. Ebenso soll laut Polizei-Stellungnahme “ein Schalke-Fan, der sich mutmaßlich im Blockzugang zur Ostkurve verirrt habe, körperlich attackiert worden sein“. Nach ausführlicher Recherche unsererseits lässt sich hier nun feststellen, dass es diesen Schalke-Fan, der offensichtlich nicht der Gast-Fanszene zuzurechnen war, im Heimbereich tatsächlich gegeben hat. Jedoch anders als von der Polizei dargestellt, wurde der anwesende Ordnungsdienst des Vereins mehrfach durch Herthafans darauf hingewiesen, dass der Heimbereich nicht der vorgesehene Aufenthaltsort für diese Person sei. Dies ist unter anderem in der Stadionordnung auch so festgelegt. Von einer körperlichen Attacke auf diesen Fan, die als Begründung für einen derartig gewalttätigen Einsatz herhalten kann, ist uns jedoch weiterhin nichts bekannt. Im Zusammenhang mit dieser Situation führt die Polizei in ihrer Stellungnahme dann noch aus, dass “im Verlauf der polizeilichen Unterstützungsmaßnahmen Teile der gewaltbereiten Hertha-Fanszene versuchten die Gitter des Blockzugangs gewaltsam zu schließen, um offenbar Polizeikräften den Zugang zu verwehren. Darüber hinaus kam es zu zahlreichen Glas- und Plastikflaschenwürfen auf Polizeieinsatzkräfte aus der Menschenmenge heraus mit Treffern.” Das Zuziehen eines Tors am Zugang zur Ostkurve durch Fans ist in öffentlich einsehbaren Videos dokumentiert. Das gewalttätige Eingreifen der Einsatzkräfte jedoch damit zu begründen ist nicht nachvollziehbar, da dieses Tor jederzeit auch wieder beispielsweise durch den vor Ort befindlichen Ordnungsdienst hätte geöffnet werden können. Gleichzeitig hat es, wie beschrieben, den von der Polizei genannten Grund (Angriff auf Schalke-Fan) nicht gegeben. Bis heute ist ebenso völlig unklar, wie die Polizei darauf kommt, dass zahlreiche Glasflaschen auf ihre Einsatzkräfte geflogen sein sollen. Offensichtlich ist ihnen diese Behauptung auch zu heikel geworden. Anders ist es nicht zu erklären, dass dieser Umstand, außer in dieser Mitteilung danach nirgendwo mehr erwähnt worden ist. Nachfragen dazu, beispielsweise im Innen- und Sportausschuss des Abgeordnetenhauses, blieben ebenfalls unbeantwortet.
Rund eine Woche nach den bisherigen Begründungsversuchen legte die Polizeipräsidentin höchstpersönlich im Rahmen der Sitzung des Innenausschusses eine weitere Kehrtwende hin und führte nun aus, “es gab einen Fan der Schalke-Szene, der körperlich angegriffen wurde“. Mit der angeblichen Zugehörigkeit zur Gast-Fanszene wird hier durch die Polizeipräsidentin offensichtlich versucht, diese Geschichte irgendwie plausibel klingen zu lassen. Wie oben jedoch ausgeführt, entspricht dieses kleine, aber feine Detail definitiv nicht unserem Kenntnisstand. Ebenso wäre es mit Blick auf unsere bisherigen Erfahrungen nicht realistisch, dass sich ein offenkundig erkennbares Mitglied der Gast-Fanszene unentdeckt bis in den Kurvenbereich verlaufen könnte. Die Polizeipräsidentin erläuterte weiter, dass es im Mundloch “noch den Versuch gab, das Tor zu schließen, den Rettungsweg für 15.000 Menschen. Das konnten wir nicht einfach geschehen lassen und dann kam es zu diesen Auseinandersetzungen.” Wie öffentlich bekannt, hat der untere Kurvenbereich jedoch nur rund 7.200 Plätze. Zum beschriebenen Zeitpunkt sind diese Plätze nicht einmal zur Hälfte besetzt gewesen. Ebenso gibt es zwei weitere Zugänge zur Kurve, die im Bedarfsfall ebenso als Rettungswege genutzt werden können. Und wäre es den Einsatzkräften wirklich darum gegangen, den Rettungsweg schnellstmöglich frei zumachen, hätten sie sich aus der auf öffentlich zugänglichen Videos sehr gut zu erkennenden Situation ganz einfach zurückziehen können. Denn der Ordnungsdienst war vor Ort und hätte ein paar Minuten später das Tor wieder öffnen können. Jedoch stürmten die Einsatzkräfte in das Mundloch und sorgten mit ihrem Gewaltexzess dafür, dass dieser Bereich über einen langen Zeitraum blockiert war und somit als Ergebnis des eigenen unverhältnismäßigen Einsatzes nicht als Rettungsweg genutzt werden konnte.
Alle bislang durch die Polizei Berlin vorgetragenen Erklärungsversuche für ihren gewalttätigen Einsatz lassen sich eindeutig entkräften. Ebenso ist es für eine Behörde, die an Wahrheit und Recht gebunden ist, mehr als abenteuerlich, dass mehrere unterschiedliche Begründungen als Rechtfertigungsversuche verbreitet werden. Dass sich nach der Polizei-Pressestelle auch die Behördenleitung persönlich an diesem Trauerspiel beteiligt hat, ist dann noch die Krönung dieses Vorgangs.
Nach den großen Versprechungen von Innensenatorin Spranger sowie von ihrem Staatssekretär in den vergangenen Tagen warten wir weiterhin auf eine faktenbasierte Aufklärung durch die Polizei Berlin. Es ist in unseren Augen ein unhaltbarer Zustand, dass die Behörde samt ihrer Leitung seit über zwei Wochen versucht, die Öffentlichkeit an der Nase herumzuführen. Daher bleiben wir dabei: Ohne eine öffentliche Richtigstellung der Vorkommnisse sowie ohne personelle Konsequenzen im Polizeiapparat fehlt es schlicht an der notwendigen Glaubwürdigkeit aufseiten der Polizei, um eine Rückkehr zur Deeskalation im und am Olympiastadion ausrufen zu können.
Im Nachgang des Dialogs vom Mittwoch, 21. Januar verkündete Innensenatorin Iris Spranger, dass sie keine rechtsfreien Räume in Berlin akzeptiere.
Wir nehmen Sie beim Wort, Frau Spranger! Viel zu häufig verwandelte die Polizei Berlin Teile des Olympiastadions und seines Umfelds in der Vergangenheit in ebenjene rechtsfreien Räume, in denen Fußballfans anlasslosen Provokationen und Gewalttätigkeiten der Einsatzhundertschaften ausgesetzt waren.
Den Höhepunkt dieser Eskalation markiert der Angriff der Polizei auf die Ostkurve Hertha BSC vom 17. Januar 2026 – an einem Tag, der für den Verein Hertha BSC und alle seine Fans ganz im Zeichen des Gedenkens an Kay Bernstein stehen sollte. Allen Deeskalationsversuchen der Fanszene zum Trotz, die sich angesichts der Gewaltsuche der Beamten vom angestammten Treffpunkt auf dem Vorplatz der Ostkurve bis in den Eingangsbereich der Ostkurve zurückzog, drang die Polizei unter Tritten, Schlägen, Knüppel- und Reizgaseinsatz in die Ostkurve ein. Hierbei wurden unterschiedslos alle Fans vor Ort angegriffen und verletzt. Der Eingangstunnel der Ostkurve, an dessen Ende sich die Rollstuhlfahrerplätze und die vollbesetzten Ränge befinden, wurde regelrecht mit Reizgas geflutet. Flankiert wird die Eskalation der Gewalt von Widersprüchen und Lügen in den Stellungnahmen der Polizei Berlin.
Wir nehmen mit Sorge zur Kenntnis, dass die Eskalation durch die Polizei zu einer Vielzahl an Verletzten führte. Die Polizei kommunizierte vorschnell eine zu niedrige Anzahl verletzter Fans, welche nur die durch den Sanitätsdienst im Olympiastadion versorgten Herthaner einbezog. Die Verletztenstatistik der ZIS wird wiederum vom Verursacher Polizei und der Innenpolitik als Beweis für eine angebliche Zunahme der Fangewalt in deutschen Stadien verwendet, wie wir es erst jüngst in den Diskussionen um die Innenministerkonferenz (IMK) im Dezember 2025 erlebt haben.
Weniger Beachtung fand indes die Gewalt gegenüber den mitgereisten Gästefans aus Gelsenkirchen, wo es bereits am Blockeingang und während des Spiels zu Provokationen und Übergriffen kam und insbesondere nach Spielende durch grundloses, gewaltsames Einwirken der Polizei im Bereich der Treppen des S-Bahnhofs Olympiastadion schwere Verletzungen in Kauf genommen wurden. Im Internet kursierende Videos belegen die Darstellungen der Königsblauen Hilfe.
Dabei reihen sich diese Übergriffe nahtlos ein in eine provozierende und auf Eskalation ausgelegte Strategie der Polizei Berlin. In unserer Stellungnahme vom 17. Januar 2026 beklagten wir die Eskalationsstrategie der letzten 6 Monate gegenüber Herthafans. Diese Strategie der ständigen Eskalationssuche betrifft auch die Gästefans am und im Olympiastadion, teilweise sogar schon länger. Viele Fanszenen bezeugen das Vorgehen der Berliner Polizei:
Am 13. Dezember 2024 empfing Hertha BSC den SC Preußen Münster: Die Fanhilfe Münster berichtet, dass beim Blockeinlass die anwesende Hundertschaft sehr rabiat, gewalttätig und vor allem unverhältnismäßig aufgrund von Lappalien, wie z. B. der Weitergabe von Tickets gegen anwesende Fans vorging.
Anlässlich der Begegnung am 1. November 2025 führte das Fanprojekt Dresden eine Umfrage unter ca. 2.000 Dynamo-Fans durch: Die Polizei Berlin erhielt eine unterdurchschnittlich schlechte Bewertung. Kritisiert wurden Schubsen, rücksichtsloses Vorgehen, Gewaltanwendungen sowie eine als übertrieben empfundene Polizeipräsenz. (LINK)
Am 21. November gastierte Eintracht Braunschweig zum Freitagabendspiel in Berlin: Die Blau-Gelbe Hilfe stellte Provokationen und Beleidigungen durch die eingesetzten Polizeibeamten fest, die sich zudem in die durch den Sicherheitsdienst durchgeführte Kontrolle der Fanmaterialien am Stadioneinlass einmischte. Dort wurde der Sicherheitsdienst durch Polizisten explizit angewiesen, Intimkontrollen durchzuführen. Unter Verweis auf die Rechtswidrigkeit dieser Maßnahme verweigerte der Sicherheitsdienst deren Durchführung. Die Fanbetreuung von Eintracht Braunschweig kann diesen Vorgang bestätigen.
Die Rot-Weiße Hilfe Kaiserslautern war bei ihren letzten Auswärtsspielen in Berlin mit einer überzogenen Polizeipräsenz direkt hinter der Einlasskontrolle und speziell bei der Kontrolle der Fanmaterialien konfrontiert. Unverständlich waren zudem die beim Pokalspiel am 2. Dezember 2025 aufgefahrenen Wasserwerfer am Südtor des Olympiastadions.
Die Fanhilfe Magdeburg stellte sowohl im Dezember 2025 als auch in den vorangegangenen Gastspielen massives Fehlverhalten der Polizei Berlin fest, wodurch etliche Fans des 1. FC Magdeburg körperliche Verletzungen erlitten. (siehe auch Stellungnahme vom 19.02.2024)
Die Königsblaue Hilfe berichtet von „einer sinnlosen, gewalttätigen und eskalativen Einsatzstrategie“ im Rahmen der Begegnung vom 17. Januar 2026. (Link)
Selbst Spiele gegen den Karlsruher SC wurden trotz der bekannten Fanfreundschaft von übertriebenen, polizeilichen Maßnahmen begleitet, etwa durch den aufsehenerregenden und unnötige Kosten verursachenden Hubschraubereinsatz im April 2025. (Link)
Auch die Fanhilfe von Fortuna Düsseldorf und die Fanszene des DSC Arminia Bielefeld teilen die geschilderten Eindrücke.
Von der Gewaltsuche seitens der Polizei sind leider auch die Gästefans bei Herthas Amateurmannschaft in der Regionalliga Nordost betroffen. Auch bei den Spielen im Amateurstadion gab es in jüngster Vergangenheit Übergriffe durch Einsatzkräfte:
Am 12.09.2025 gastierte der BFC Dynamo bei Herthas Zweitvertretung. Ein immer enger werdender Polizeikessel und Aussagen wie „Ich habe richtig Bock, einen von euch wegzuhauen“ verdeutlichen die Eskalationslust der Einsatzhundertschaft. Die Fanszene des BFC stellt regelmäßig Versuche der Polizei Berlin fest, Freiräume der aktiven Fankultur zu durchbrechen und die Gesundheit von – oft jugendlichen – Fußballfans aufs Spiel zu setzen.
Die Fanszene Babelsberg erlebte die polizeiliche Eskalationsstrategie am 30.11.2025 und stellt diese ebenfalls in einen generellen Kontext. Das konfrontative und provozierende Auftreten der Polizei Berlin fällt ihnen bei vielen Auswärtsspielen in Berlin auf.
Am 14.12.2025 kam es zu anlassloser Polizeigewalt gegenüber den mitgereisten Gästefans aus Jena, wobei viele Fans und der Fanbeauftragte des FC Carl Zeiss Jena verletzt wurden. (Link)
Die Fanhilfe Zwickau und die Fanszene des FC Rot-Weiß Erfurt schließen sich den Vorwürfen an.
Da sich Berlins Innenverwaltung, Polizei und Hertha BSC nun – nach dem seit November 2025 andauernden Ausschluss von Vereinsvertretern von Hertha BSC aus den Sicherheitsbesprechungen durch die Polizei – wieder an einem Tisch befinden, rufen wir dazu auf, ein sicheres Stadionerlebnis für Fußballfans im Olympiastadion Berlin zu gewährleisten:
Die Eskalationsstrategie der Polizei gegen Hertha- und Gästefans muss beendet werden!
Fanhilfe Hertha BSC Königsblaue Hilfe Fanhilfe Karlsruhe Schwarz-Gelbe Hilfe – Fanhilfe der SG Dynamo Dresden Fanhilfe Münster Blau-Gelbe Hilfe – Eintracht-Fans für Fanrechte Lokal Crew Bielefeld Fanhilfe Magdeburg Fanhilfe Fortuna Rot-Weiße Hilfe Kaiserslautern Blau-Gelb-Weiße Hilfe Jena Fanhilfe Zwickau Fanszene BFC Dynamo Fanszene Babelsberg Fanszene Erfurt
Auch heute noch blicken wir fassungslos auf die Geschehnisse vom Samstag. Die negative Entwicklung der vergangenen Monate seit dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden gipfelte in den gewaltätigsten Übergriffen der Berliner Polizei gegen Herthafans seit mehreren Jahrzehnten.
Immer wieder haben wir vor einer solchen Eskalation gewarnt und auf die Zunahme polizeilicher Provokationen hingewiesen. Zahlreiche Vermittlungs- und Gesprächsangebote durch Vereinsvertreter wurden jedoch von Seiten der Polizei und der Innensenatorin ausgeschlagen. Die von der Einsatzleitung langfristig vorbereitete Eskalation folgte dann vor der Ostkurve.
Ins negative Bild des Tages reihen sich ebenfalls Übergriffe der Polizei gegen die Gästefans aus Gelsenkirchen nahtlos ein. Laut Königsblauer Hilfe wurden Fans im Gästebereich durchgehend provoziert und bei der Abreise kam es am S-Bahnhof Olympiastadion zu massiver Polizeigewalt.
Und auch im Nachgang unterstreicht die Berliner Polizei mit ihrer veröffentlichten Mitteilung zu ihrem Einsatz die fehlende Grundlage und Unverhältnismäßigkeit ihres Handelns. Gespickt mit eklatanten Widersprüchen zur eigenen Darstellung am Samstagabend, fehlerhaften Informationen, im Konjunktiv formulierte Spekulationen die als Fakten herhalten sollen und krampfhaften Versuchen eine Rechtfertigung für den beispiellosen Gewaltexzess der Beamten zu finden, fehlt jeglicher Ansatz der Reflexion.
Vielmehr wird das, durch das Verhalten der Beamten provozierte, Verweilen der Fans an einem Ort im Stadion als Störaktion deklariert und später ein Szenario fliegender Glasflaschen beschrieben, das faktisch gar nicht stattgefunden haben kann. Als angeblicher Auslöser und Begründung für die Eskalation wird nun eine neue fragwürdige Notwendigkeit des Einsatzes im Umlauf der Kurve benannt, obwohl die Konfrontation nach dem Spiel selbst noch damit begründet wurde, dass Fans die Beamten mit Schlagwerkzeugen angegriffen hätten.
Auch das weitere Beharren auf der Darstellung lediglich leicht verletzter Fans verhöhnt die Betroffenen des polizeilichen Gewaltexzesses. Mindestens vier Fans mussten umgehend ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zwei Personen wurden erhebliche Gesichtsverletzungen durch die Beamten zugefügt mit Verdacht auf weitere Schäden am Kopf. Durch Schläge und Tritte verlor ein Fan kurzzeitig das Bewusstsein. Einer anderen Person wurde durch einen Faustschlag die Nase gebrochen. Das brutale Vorgehen der Polizei hat ebenfalls dazu geführt, dass auch Personen, die nicht der aktiven Fanszene zugerechnet werden können, verletzt worden sind. Darunter auch Angestellte von Hertha BSC, die das Geschehene, genauso wie gewählte Gremienvertreter des Vereins, aus der Nähe beobachten konnten.
Damit jedoch nicht genug: Mehrere vermummte und behelmte Einsatzkräfte hinderten am Abend auch noch Freunde der Verletzten daran, zu ihnen zu gelangen. Behelmt und in Vollmontur positionierten sich die Einheiten direkt vor dem Eingang zum Krankenhaus, während weitere Polizeikräfte die sich in der unmittelbaren Umgebung des Krankenhauses befindlichen Freunde durch die Straßen jagten und teilweise deren Personalien feststellten.
Ein weiterer daraus resultierender und anscheinend gewünschter Effekt war, dass Verletzte aus Sorge vor weiteren Repressalien andere Rettungsstellen aufsuchen mussten und sich dadurch die dringend notwendige ärztliche Versorgung verzögerte.
Auch liegen uns zahlreiche Schilderungen weiterer Fans vor, die trotz gesundheitlicher Beschwerden davon gänzlich abgesehen haben eine Notaufnahme aufzusuchen, aus Angst dann ins Visier der Beamten zu geraten.
Wir sind und bleiben fassungslos ob dieser Szenen. Das „Feindbild Fan“ der Polizei scheint keine Grenzen mehr zu kennen.
Diese Internetseite verwendet Cookies, um für Sie die Nutzbarkeit zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Wenn nicht, können Sie aber auch widersprechen. AkzeptierenAblehnenMehr lesen
Datenschutzerklärung
Privacy Overview
This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. Out of these, the cookies that are categorized as necessary are stored on your browser as they are essential for the working of basic functionalities of the website. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. These cookies will be stored in your browser only with your consent. You also have the option to opt-out of these cookies. But opting out of some of these cookies may affect your browsing experience.
Necessary cookies are absolutely essential for the website to function properly. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. These cookies do not store any personal information.
Any cookies that may not be particularly necessary for the website to function and is used specifically to collect user personal data via analytics, ads, other embedded contents are termed as non-necessary cookies. It is mandatory to procure user consent prior to running these cookies on your website.